eLearning – mehr als nur ein Trend?

Gerade in unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft ist Bildung ein essenzielles Gut. Durch die weltweite Corona-Pandemie hat sich allerdings unsere Art zu lernen verändert. Remote Lernen bzw. eLearning sind in den Fokus gerückt.
Was ist eLearning?
Electronic Learning – abgekürzt E-Learning oder auch eLearning – bezeichnet alle Formen des Lernens, bei denen wir elektronische oder digitale Medien nutzen. Es ist eine Weiterentwicklung des klassischen Fernstudiums, bei dem die Lerninhalte größtenteils in Form von begleiteten Lernphasen, in virtuellen Klassenzimmern und teilweise auch Präsenztermine vermittelt werden.
Beim eLearning hingegen handelt es sich in der Regel um Online-Kurse, Webinare oder Lernplattformen, die orts- und zeitunabhängig sind. Nutzer*innen können beispielsweise zu Hause, in der Bahn oder am Strand am Smartphone, Tablet oder Computer eine Fremdsprache lernen, sich selbst Programmieren beibringen oder neues Wissen in Psychologie und Medizin erwerben. Üblicherweise benötigen sie dafür einen Internetzugang, viele Kurse lassen sich aber auch offline abrufen.
eLearning-Inhalte und -Kurse
Grundsätzlich können wir zwischen zwei Angebotsformen unterscheiden: (3)
- Standardisierte Angebote mit fest definierten Inhalten und Methoden.
- Vorteil: direkter Einstieg.
- Nachteil: weniger auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten.
- Maßgeschneiderte E-Learning-Kurse
- Vorteil: exakt auf die Anforderungen und Wünsche der Nutzer*innen abgestimmt
- Nachteil: Kursstart nicht sofort möglich.
Etwa zwei Drittel der E-Learning-Dienstleister bieten in erster Linie „maßgeschneiderte“ Produkte und Dienstleistungen an. Ein Drittel sind Produkte von der Stange. (1)
In Deutschland bieten etwa zwei Drittel der E-Learning-Dienstleister maßgeschneiderte Produkte an, ein Drittel setzt auf standardisierte Kurse. Bekannte deutsche Angebote sind etwa MOOCs (Massive Open Online Courses), die aus Video-Tutorials, Lesematerial, Quizfragen und Diskussionsforen bestehen. Nach erfolgreichem Absolvieren erhalten Teilnehmer*innen oft ein Zertifikat, teilweise gegen Gebühr. Bekannte Plattformen sind dafür sind unter anderem edX, Coursera, FutureLearn und Udacity.
Use Cases aus Deutschland
Beispiele für erfolgreiche eLearning-Kurse liefert das Goethe-Institut, beispielsweise die Online-Kursreihe „Deutsch Online“ für die Niveaustufen A1 bis A2. Dank Konversationsübungen, Videos, Informationen zur Kommunikation mit Behörden, zur Bewältigung des Alltags und zur Jobsuche erleichtert den Einstieg in die deutsche Sprache, insbesondere, da der Kurs in deutscher und englischer Sprache sowie jederzeit, ortsunabhängig zur Verfügung steht.
Weiterhin setzen viele deutsche Museen auf eLearning: Virtuelle Touren, kostenlose Online-Ausstellungen und digitale Editionen, wie die des Städel Museums in Frankfurt am Main, bieten Hintergrundgeschichten und visuelles Storytelling. Auch Galerien und Theater bieten multimediale Online-Angebote an.
Welche Chancen bietet eLearning?
e-Learning verknüpft analoge Medien und Inhalte mit digitalen Prozessen. Dies birgt enorme Vorteile:
- Zugriff auf weltweite Ressourcen: Lernende können mit einem Klick auf umfangreiche digitale Bibliotheken, Videos und interaktive Übungen zugreifen, unabhängig von ihrem Standort. Dieses breite Angebot ermöglicht individuelles und vielfältiges Lernen.
- Förderung des selbstständigen und lebenslangen Lernens: eLearning macht es einfach, Wissen kontinuierlich zu erweitern. Es überwindet zeitliche und räumliche Barrieren und ermöglicht auch Menschen in Schichtarbeit oder mit unregelmäßigen Tagesabläufen, ein nachhaltiges Fernstudium zu absolvieren.
- Individuelle Planung und Steuerung: Besonders Berufstätige profitieren davon, dass sie Lernzeiten flexibel in ihren Alltag integrieren können, wodurch Fehlzeiten durch Präsenzveranstaltungen reduziert werden. Sie steuern ihren Lernfortschritt selbst, was die Motivation steigert.
Welche Risiken bringt eLearning mit sich?
eLearning eröffnet folglich viele Chancen, bringt aber auch Herausforderungen mit sich:
- Verständnislücken: Durch die hohe Flexibilität und fehlende Präsenz können Lernende wichtige Inhalte verpassen oder Kurse verschieben, was zu Wissenslücken führt, da viele Module aufeinander aufbauen.
Qualitative Unterschiede und Falschinformationen: Nicht alle digitalen Inhalte sind gleichwertig; mangelnde Qualitätskontrolle kann zu Fehlinformationen führen, die das Lernen beeinträchtigen. - Mangel an direktem Austausch: Oft fehlen aktive mündliche Austauschformate, was den spontanen und kreativen Diskurs erschwert. Die soziale und kommunikative Komponente leidet, da die Interaktionen oft auf Chats, Foren oder Live-Sessions beschränkt sind.
- Überforderung durch Selbstständigkeit: Wenn Lehrende nicht ausreichend unterstützen, fühlen sich Lernende oft allein gelassen, was die Motivation mindert und die Gefahr von Studienabbrüchen erhöht. (4)
Unterschied zu Blendend Learning
Als Alternative oder Weiterentwicklung zum eLearning hat sich daher das Blended Learning etabliert (zu Deutsch „integriertes Lernen“).
Beim Blended Learning handelt es sich um eine Art hybrides Lernen: Ergänzend zum Präsenzunterricht und -lernen werden Inhalte und Mehtoden aus dem e-Learning integriert. Dadurch versuchen Schulen und Ausbildungseinrichtungen, den eigentlichen Ausbildungsinhalten mehr Bedeutung beizumessen.
Ein gelungenes Beispiel für eine Blended-Learning-App ist die Lese-App „Buddy Bo“ des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH): Die Anwendung motiviert Schüler*innen der ersten und zweiten Klasse spielerisch zum Lesen. Sie basiert auf einem hybriden Lernkonzept, das traditionelle Lernen in Präsenzform im Klassenzimmer mit eLearning Inhalten kombiniert
Wie sieht die Zukunft des eLearnings aus?
eLearning wird sich mit der Digitalisierung weiterentwickeln und von Studierenden ein Umdenken erfordern. Die Fähigkeit, die Qualität von Informationen zu beurteilen, wird wichtiger als reines Faktenwissen. Virtual Classrooms werden an Bedeutung gewinnen, da Studierende Vorlesungen flexibel von überall verfolgen können, wie bereits an der TU München und der LMU München erprobt. (5)
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