Elektronische Patientenakte

Die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung unseres Gesundheitswesens ist die digitale Transformation. Insbesondere die elektronische Patientenakte bietet zahlreiche Vorteile.
Elektronische Patientenakte im Faktencheck
Dank der Digitalisierung des Gesundheitswesens und des Digital-Gesetzes, das im Dezember 2023 vom Bundestag verabschiedet wurde, steht allen gesetzlich Versicherten seit dem 15. Januar 2025 die elektronische Patientenakte (kurz: ePA) zur Verfügung. Die elektronische Patientenakte ersetzt die klassische Akte in Papierform.
Es handelt sich um eine Anwendung, in der gesetzliche Versicherte medizinische Informationen und Belege speichern können. Unter anderem lassen sich verordnete Medikamente, ärztliche Befunde oder Arztbriefe abspeichern. Auf diese Weise erleichtert die ePA den Versorgungsalltag für Patient*innen, Ärzt*innen und Krankenkassen.
Die Entscheidung und Kontrolle über die ePA und die darin gespeicherten Gesundheitsdaten liegen vollständig in der Hand der Patient*innen. Sie können selbst entscheiden, wie sie die ePA nutzen möchten und welche Daten in der Akte gespeichert oder gelöscht werden.
Wie bekomme ich die elektronische Patientenakte?
Seit dem 15. Januar 2025 stellen die Krankenkassen ihren Versicherten die elektronische Patientenakte zur Verfügung. Wer dies nicht möchte, kann ganz einfach widersprechen. Nach und nach sollen Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken die ePA nutzen.
Wer hat Zugriff auf die elektronische Patientenakte?
Die Patient*innen sowie das von ihnen berechtigte medizinische Personal haben Zugriff auf die gespeicherten Daten. Der Kreis der Zugriffsberechtigten ist gesetzlich geregelt. Der Zugriff ist auf 90 Tage beschränkt.
Wie ist der aktuelle Stand und die Funktionalität der ePA?
Die elektronische Patientenakte wurde in mehreren Stufen umgesetzt:
- Seit Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte zur Verfügung stellen. Die Nutzer*innen können die ePA über die Anwendung ihrer Versicherungsgesellschaft zum Beispiel auf das Smartphone oder Tablet herunterladen. Der Nutzen von ePA für die Nutzer*innen war anfangs noch gering, da die ePA lediglich wenige Funktionen bot.
- Seit dem zweiten Quartal 2021 sind alle Ärzt*innen, Zahnärzt*innen, Krankenhäuser und Apotheken an das hinter der ePA liegende System angeschlossen.
- In der dritten Phase folge ein bundesweiter Zusammenschluss von niedergelassenen Apotheken, Ärzt*innen und Krankenhäusern, also der Anschluss an die erforderliche technische Infrastruktur. Fortlaufend wurden immer mehr Ärzt*innen mit dem nötigen Equipment ausgestattet. Sie können seither die ePA nutzen und ausfüllen. In Krankenhäusern musste die ePA spätestens am 1. Januar 2022 einsatzbereit sein.
- Ab dem 15. Januar 2025 wurde die ePA für alle gesetzlich Versicherten, die der Nutzung der ePA nicht widersprochen haben, stufenweise gestartet. Mit der Zurverfügungstellung der ePA durch ihre Krankenkasse können die Patient*innen selbst Dokumente in ihre ePA einfügen oder Abrechnungsdaten einsehen.
Welche Chancen und Risiken hat die ePA?
Sämtliche Arztberichte sowie Befunde werden in der ePA abgespeichert und erleichtern den Patient*innen den Überblick über ihre Krankenhistorie. So lassen sich unnötige Doppeluntersuchungen verhindern.
Wer Angst hat, dass Unberechtigte Zugriff auf sensible Daten erlangen könnten, kann beruhigt sein: Die Zugänge zu den medizinischen Daten können die Patient*innen selbst verwalten. So kann selbst entschieden werden, wer Zugriff auf welche Daten haben darf. Die jeweiligen Daten sind auf in Deutschland stehenden sicheren Servern gespeichert, natürlich unter Einhaltung der höchsten europäischen Datenschutzbestimmungen.
Was ermöglicht die ePA in Zukunft?
Papier war gestern, digital ist heute. Dass Arztbriefe, Befundberichte oder Rezepte fortan digital in der elektronischen Patientakte vorliegen, sorgt für einen besseren Durchblick bei Ärzt*innen und Patient*innen und für weniger bürokratischen Aufwand in Arztpraxen oder Krankenhäusern. So bleibt mehr Zeit für das Einzige, was Digitalisierung nicht leisten kann – Zeit für das persönliche Gespräch zwischen Ärzt*innen und Patient*innen.
Dein Experte

Product Owner, IT-Experte, eHealth Specialist, Mentor im eHealth-Netzwerk Hamburg. Über 20 Jahre IT-Projekterfahrung und Konzeption zahlreicher digitaler Gesundheitsanwendungen.











