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Wie wird „Mental Health“ definiert?

Mental Health ist ein englischer Begriff und bedeutet im deutschen soviel wie "Mentale Gesundheit".


Mentale Gesundheit wird auch oft als psychische, seelische oder geistige Gesundheit beschrieben.


Mentale Gesundheit beschreibt den Zustand des Wohlbefindens von Personen. Gerade im Kontext der Produktivität, Bewältigung von Lebensbelastungen sowie der Ausschöpfung von Fähigkeiten.

Mentale Gesundheit im Kontext der Arbeitswelt

Der Arbeitsplatz steht im Mittelpunkt des Lebens vieler Menschen. Daher ist es wichtig, der Gesundheit und insbesondere der mentalen Gesundheit genügend Aufmerksamkeit zu schenken.

Psychische Erkrankungen sind heute die häufigste Ursache für Frühverrentung und Fehlzeiten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Diesen finden sich natürlich nicht nur in der Arbeitswelt. 

Das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen können sich jedoch immens auf die psychische Gesundheit auswirken. Gerade in Zeiten von Corona.

Wir fassen zusammen; ein zentraler Auslöser für psychische Erkrankungen können arbeitsbedingte Belastungen sein.


Beispiele für mentale Belastungen sind:


  • Zeitdruck
  • Stress
  • eintönige Tätigkeiten
  • fehlende Ruhemöglichkeiten
  • schlechte oder unregelmäßige Ernährung

Wie im oberen Teil der Definition beschrieben, äußern sich psychische Probleme außerdem oft in zwischenmenschlichen Kontakten. Sowie im Arbeitsverhalten oder der Produktivität. Was im Kontext der Arbeit eine wichtige Rolle spielt. (1) (2) (3)

Welche Auswirkung kann Homeoffice auf die mentale Gesundheit haben?

Die Verlagerung unternehmensbezogener Tätigkeiten an einen anderen Standort wird mit vielen Begriffen und Definitionen beschrieben.

Orts- und zeitflexibles Arbeiten wird unter anderem bezeichnet als:


Dank der zunehmenden Digitalisierung in deutschen Unternehmen stieg die Arbeit im Homeoffice während der Covid-19 Pandemie. Corona ist ein Katalysator für Remote Work. Ebenfalls trägt sie zur weiteren Digitalisierung der Industrie 4.0 bei.

Rund 16 %, der in einer interessanten Umfrage (4) befragten Arbeitnehmer:innen, arbeiteten ausschließlich oder überwiegend von zu Hause aus. Weitere 17 % gaben an, abwechselnd bei der Arbeit und zu Hause zu arbeiten.

Damit ist der Anteil der Mitarbeiter:innen, die zu Hause arbeiten, deutlich höher als vor dem Ausbruch der Pandemie. Hier arbeiteten nur 4 % ausschließlich oder überwiegend von zu Hause aus.

Welche Gefahren kann Homeoffice haben?

Remote Work kann auch mit Gefahren behaftet sein.

Bespiele für mögliche Gefahren von Remote Work sind:


Diese Faktoren können die mentale Gesundheit beeinträchtigen. (2) (4) (9) (10)

Warum sind Arbeitnehmer:innen von "Mental Health" Problemen betroffen?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) warnt in ihrer Recherche schon lange vor den Folgen, wenn Beschäftigte lange nach Feierabend am Arbeitsplatz bleiben. Die erhöhte Autonomie, die Menschen durch flexible Arbeitszeiten und einen flexiblen Standort erhalten, wird die negativen Auswirkungen der Arbeit von zu Hause aus nicht ausgleichen. 


Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine kontinuierliche Verfügbarkeit mit einem höheren Stress- und Burn-out-Risiko sowie gesundheitlichen Problemen verbunden ist.

Kaum Unterbrechungen sowie eng getaktete Videokonferenzen. Darüber hinaus noch fehlender Face-to-Face-Kontakt. All dies kann zu Reizbarkeit bei vielen Mitarbeitern im Homeoffice führen. Weiterführend zu Erschöpfung oder Isolationsgefühlen. Die Arbeitszeiten nehmen mit Covid-19 und Homeoffice zu. Gerade weil Arbeitstelefone und Laptops oft bis spät in die Nacht eingeschaltet bleiben. Die klassische Zeitstempeluhr gibt es nicht mehr.


Es gibt einen Hauptunterschied zwischen reinen Büroangestellten und Menschen, die Homeoffice nutzen. Dieser besteht darin, dass „sich in Letzterem die Trennung zwischen privatem und beruflichem Bereich auflöst".

Sie arbeiteten eher abends oder am Wochenende. Viele von ihnen berichteten, dass ihr Chef sie nach Feierabend anrief oder ihnen eine E-Mail schickte. Dies ist einer der Gründe, warum Arbeitnehmer, die von zu Hause aus arbeiten. Viele klagen relativ häufig über Probleme bei der Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf.

Fast 75 % der Befragten, die oft von zu Hause aus arbeiten, fühlten sich erschöpft. Fast 70 % klagten darüber, nervös, wütend und gereizt zu sein. 

Die Arbeit von zu Hause kann große Vorteile haben: das Home Office hilft vielen Arbeitnehmern, Beruf und Privatleben besser in Einklang zu bringen. Aber der Preis dafür ist, dass die Privatsphäre und die Zeit zum Entspannen reduziert werden. (5) (7) (11)

Gegenmaßnahmen für "Mental Health" Probleme"?

Für die mentale Gesundheit ist eine gesunde Unternehmenskultur entscheidend. Hier muss sich in erster Linie das Management um die Mitarbeiter kümmern. Sie bei ihrer Arbeit unterstützen und in Entscheidungen einbeziehen. Arbeitspsychologische Angebote sollten selbstverständlich sein und von Mitarbeitern jederzeit anonym genutzt werden können. Auf diese Weise könnten Unternehmen und Mitarbeiter Krisensituationen besser bewältigen.

Diese Risiken lassen sich jedoch verhindern, wenn klare Betriebsregeln geschaffen und die notwendigen Rahmenbedingungen erfüllt werden, so eine Studie (5) von Forschern des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI) und des Joint Definition and Corporate Governance Institute vom April 2021.

Arbeitgeber sollten Schulungen zu Zeit- und Selbstmanagement, Stressbewältigung oder Gesundheitsförderung anbieten. Darüber hinaus Regeln für eine effektive und durchdachte interne Kommunikation aufstellen.

Zurzeit haben die meisten Unternehmen keine ausschließlich digitale Lösung. Viele bieten einen Mix aus Online- und Präsenzkomponenten an. Viele nutzen zum Beispiel Check-up-Manager, die die Vitalparameter von Mitarbeitern messen. 

In einem anderen Usecase stehen Betriebsärzt:innen den Teilnehmern für Vorsorgegespräche zur Verfügung. Darüber hinaus planen einige Unternehmen ihr Angebot, um Coaches zu erweitern. Die dann vor Ort zu verschiedenen Aspekten der Gesundheitsförderung beraten. (4) (9) (11) (12)

Wofür steht die Abkürzung BGM?

Die Abkürzung BGM ist kurz für "Betriebliches Gesundheitsmanagement".

Wie wird betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) definiert

Betriebliches Gesundheitsmanagement ( BGM) beschreibt die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse. Das Ziel ist, die Arbeit, Organisation und das Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. I.d.R soll sich das betriebliche Gesundheitsmanagement ( BGM) für die  Arbeitnehmer:innen sowie das Unternehmen gleichermaßen positiv auswirken.

eHealth im Kontext des betrieblichen Gesundheitsmanagements?

Die Digitalisierung ermöglicht es dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) bestehende oder neu erworbene BGM-Daten in ein digitales Format zu konvertieren. 

Im Kontext des digitalen betrieblichen Gesundheitsmanagements lässt sich der Begriff eHealth nicht wegdiskutieren.

Mehr zum Thema eHealth gibt es hier: eHealth Blog


In Zeiten von Covid-19 umfasst digitales betrieblichen Gesundheitsmanagement ( BGM) sowohl Informationssysteme und -plattformen als auch Softwarelösungen

Sowie auch Anwendungen und Datenerfassungssysteme  (wie eine  Mental Health App). Tools und Medien wie Tablets, Smartphones und tragbare Sensoren (Wearable Devices) eröffnen in der Industrie 4.0 viele innovative Möglichkeiten


Wichtig ist hier, dass nicht nur der Begriff Industrie 4.0, sondern in diesem Kontext auch  BGM 4.0 genannt werden muss.


Das Ziel ist, betroffene von Mentalen gesundheitlichen Problemen nachhaltig durch innovative digitale Lösungen zu helfen.

Wofür steht die Abkürzung BGM 4.0?

Betriebliches Gesundheitsmanagement 4.0 oder auch kurz geläufig  BGM 4.0 lässt sich von der Industrie 4.0 bzw. Arbeitswelt 4.0 adaptieren. Das  BGM 4.0 soll sich auf die neuen Voraussetzungen der neuen digitalen Zeit anwenden lassen.


Mehr zum Thema Industrie 4.0 gibt es hier: Industrie 4.0

Gibt es "Mental eHealth" Usecases in Deutschland?

Der BKK Dachverbandes e.V. hat eine Initiative ins Leben gerufen. Die Initiative ist Teil des BGM 4.0. Gemeinsam mit fast 60  Experten:innen aus Unternehmen, Wissenschaft und digitalen Diensten wurden neue innovative Internet-Präventionsangebote für Unternehmen und ihre  Mitarbeiter:innen entwickelt. Das resultierte in der " Machine-Learning-basierten"  eHealth Phileo App. Darüber hinaus die mobile  eHealth " Online-Blended-Learning-Plattform" für Führungskräfte „ GesundFühren“.


Betriebskrankenkassen sind in Deutschland seit langem Vorreiter in der betrieblichen Gesundheitsförderung ( BGF). Sowie auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement ( BGM). Mit neuen Tools wie der  Phileo App haben sie Gesundheitsförderung und Prävention in das digitale Zeitalter der Arbeitswelt gebracht. In das BGM 4.0.


Mit der  Phileo App  des BKK Dachverbandes  e.V. können Nutzer:innen spielerisch lernen, mit situativen Belastungen am Arbeitsplatz besser umzugehen. So können die  User:innen ihr Wohlbefinden verbessern und ihre psychische Gesundheit stärken. Die Inhalte reichen von Problemlösung, Selbstmanagemenund Zeitmanagement bis hin zur Organisation der eigenen Arbeit. Arbeitsplatzsimulationsübungen binden das Tool praktisch in den Alltag ein. (3)


Mehr zur Phileo App  des BKK Dachverbandes  e.V.  gibt es hier: Phileo App

Mental eHealth Lösungen außerhalb der Arbeitswelt

Ein weiteres Beispiel außerhalb der Arbeitswelt ist PINK! Leben  der Pink Aktiv gegen Brustkrebs GmbH.

Das Team rund um Dr. Pia  Wülfing hat sich eine ganzheitliche Aufklärungsarbeit rund um das Thema Brustkrebs auf die Fahne geschrieben. PINK! Aktiv gegen Brustkrebs besteht aus drei Bereichen. Auf der einen Seite das Webportal PINK! Aktiv gegen Brustkrebs sowie die PINK! Coach App für Android und iOS. Der letzte Bereich ist PINK! Leben.


PINK! Leben ist ein  Psychoonkologie Tool Welches Patient:innen und deren Betroffenen gezielt durch die schwere Zeit der Erkrankung begleitet. Durch die vier PINK! Leben Kursmodule soll aktiv eine Reduktion  von psychischer Belastungen herbeiführen. PINK! Leben ist ein europäisches Medizinprodukt und dient der Selbsthilfe für  Patient:innen und ist eine tolle Möglichkeit, die Überbrückung für einen Therapieplatz zu ermöglichen.

In dem vierwöchigen Kurs werden  Patient:innen aktiv mit Einheiten  mit Audios, Videos und praktische Übungen für den Alltag versorgt.


Keyfacts von PINK! Leben noch mal zusammengefasst:

- PINK! Leben ist wissenschaftlich fundiert

- PINK! Leben ist von Ärzten geprüft und empfohlen

- PINK! Leben ist ein CE zertifiziertes Medizinprodukt

- PINK! Leben ist 100% datenschutzkonform


Mehr zum Thema PINK! Leben gibt es hier: PINK! Leben 




Weitere eHealth Anwendungen

Ein weiteres Projekt ist  Das Projekt von HelloBetter. Eine eHealth Anwendung, die die Hilfe zur Selbsthilfe anbietet und unterstützt. Die Lösungen von HelloBetter sind als Onlinekurs verfügbar.


Ein weiteres Projekt ist das Projekt  Mindnet. Psychische Erkrankungen können gezielt durch die Disease-Management-Anwendung diagnostiziert und behandelt werden.

Wie sieht die Zukunft in Deutschland aus, bezogen auf „Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz“?

Wie in anderen Bereichen brauchte es wahrscheinlich eine Krise für Veränderungen. In diesem Fall eine weltweite Pandemie. Damit sich die Vorteile neuer Technologien, Lösungen und digitaler Plattformen im betrieblichen Gesundheitsmanagement voll manifestierten. Mit einer allmählichen Rückkehr zur Normalität kann nun sorgfältig evaluiert werden, welche digitalen und analogen Komponenten bald zu sinnvollen und hoffentlich wissenschaftlich fundierten Vorschlägen kombiniert werden können.


Das  Home-Office dürfte in der Industrie 4.0 auch in Zukunft eine größere Rolle in der Arbeitswelt spielen: Auf die Frage, ob sie erwarten, dass sich das  Home Office in Zukunft weiter verbreitet, antworteten 70 % der Befragten in einer  Umfrage (6)  mit Ja. Durch die Schaffung von entsprechenden Arbeitsbedingungen, der Anwendung neuer Lösungen wie der  Phileo App  vom BKK Dachverband  e.V. und der Förderung von Gesundheitskompetenz können Unternehmen ihren Teil dazu beitragen, die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu erhalten. (10) (13) (14)

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Quellen

(1) https://www.linkedin.com/pulse/technology-answer-mental-health-crisis-an-hwa-lee/

(2) https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2022/IW-Report_2022-Homeoffice-nach-Pandemie.pdf

(3) https://www.bkk-dachverband.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/bgm-fuer-neue-arbeitswelten-die-bkk-gesundheits-app-phileo-und-das-portal-gesundfuehren-gehen-an-den-start-nehmen-sie-heute-an-unserem-live-stream-teil

(4) https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/I/infas-corona-datenplattform-homeoffice.pdf?__blob=publicationFile&v=4

(5) https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-homeoffice-besser-klar-geregelt-27643.htm

(6) https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-so-klappt-gute-arbeit-im-homeoffice-freiwillig-und-mit-fairen-regeln-32175.htm

(7) https://www.sueddeutsche.de/karriere/homeoffice-job-gesundheit-psyche-1.4603837

(8) https://e-health-com.de/thema-der-woche/digitales-bgm-ein-schritt-in-richtung-evidenzbasierung/

(9) https://www.ifo.de/DocDL/sd-2020-07-alipour-falck-schueller-homeoffice.pdf

(10) https://adapt-global.com/de-de/psychologische-auswirkungen-der-heimarbeit/

(11) https://www.familienservice.de/-/warum-mentale-gesundheit-ein-thema-fur-arbeitgeber-ist-

(12) https://www.bitkom.org/Themen/Corona/Homeoffice-in-Zeiten-der-Corona-Pandemie

(13) https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_65_2021.pdf

(14) https://www.boeckler.de/de/auf-einen-blick-17945-Auf-einen-Blick-Studien-zu-Homeoffice-und-mobiler-Arbeit-28040.htm