Wearables: Digital-Health-Devices für den Alltag

Das Fitnessarmband, die Smartwatch, das Blutzuckermessgerät – „Wearables“ (zu Deutsch „tragbare Geräte“) sind kleine, am Körper getragene vernetzte Computer, die uns im Alltag unterstützen. Sie messen unter anderem die Herzfrequenz, den Puls und unsere tägliche Bewegung. (1)(2)
Was sind bekannte Beispiele für Wearables?
Bekannte Beispiele für tragbare Geräte sind Fitnessarmbänder und Smartwatches, wie die Apple Watch oder die Samsung Galaxy Watch. Seit einigen Jahren ergänzen zudem traditionelle Uhrenmarken ihr Angebot um Smartwatches, darunter TAG Heuer und Montblanc. (2)
Wearables beinhalten Computertechnologie, die wir am Körper oder auf dem Kopf tragen können. Ihr Ziel ist es meist, körperliche und mentale Aktivitäten im Alltag zu unterstützen, beispielsweise durch (zusätzliche) Einschätzungen, Informationen und Anleitungen.
Wearables als Teil des Gesundheitswesens
Durch eine verbesserte Konnektivität, Miniaturisierung und Kostenreduktion setzen wir auch in Medizin und Pflege vermehrt auf Wearables: So gibt es digitale Geräte, die den Blutdruck messen, den Blutzucker überwachen oder die allgemeine Fitness bestimmen.
Inwiefern unterstützten Wearables die Gesundheit?
Das Tracking mit Sensoren, Anwendungen, Hard- und Software sowie die mobile Informationsverarbeitung gehören zu den Hauptaufgaben von Wearable-Devices. Die Geräte sammeln dazu Daten aus dem Verhalten (z. B. einer Aktivität), der Umgebung und dem physiologischen Zustand (z. B. Puls, Frequenz des Herzens) der Benutzer*innen. Die Daten zu Umgebung etc. stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen oder privaten Informationssystemen, einschließlich Augmented- oder Assisted-Reality-Anwendungen.
Sie werden zunehmend zur Überwachung und Prävention chronischer und akuter Krankheiten genutzt. Dadurch ermöglichen Wearables Patient*innen mehr Eigenverantwortung für ihr Wohlbefinden.
Weiterhin liefern sie medizinischem Personal wertvolle Insights zur Diagnose, Vorbeugung und Krankheitsüberwachung. Dies kann den Behandlungsaufwand von Therapeuten*innen und Ärzten*innen deutlich reduzieren, was sich ebenfalls auf die Kosten von Behandlungen auszahlt – ein Potenzial, das Pharmaindustrie, Krankenkassen und viele Ärzt*innen bereits erkannt haben. (3) (4)
Wearable Use Cases
Tatsächlich nutzen immer mehr Ärzt*innen die Daten von tragbaren Geräten wie der Apple Watch, Android Watch oder einem Fitnessarmband, um Diagnosen zu stellen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
So können Wearable in Kombination mit künstlicher Intelligenz bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes eine wertvolle Unterstützung bieten. Mithilfe von Algorithmen und selbstlernenden Systemen werden gesammelte Gesundheitsdaten analysiert und interpretiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, Krankheitsverläufe besser vorherzusagen und personalisierte Therapieansätze zu entwickeln.
Gleiches gilt für Menschen mit Adipositas: Laut einer Studie des British Journal of Sports Medicine können tragbare Geräte effektiv beim Abnehmen helfen, vor allem in Kombination mit anderen Interventionen wie Ernährungsberatung. Die Nutzer*innen erhalten Einblicke in ihr motorisches Verhalten, die Frequenz des Herzens und ihre Kalorienaufnahme und werden durch die Lösung zu einem aktiveren Lebensstil ermutigt. Wenn sie sich online mit anderen Benutzern verbinden, erhalten sie zudem soziale Unterstützung, was Gewichtsabnahme und Bewegung zusätzlich anregt. (5) (6) (7) (8)
Risiken von Wearables
Wearables bieten neue Möglichkeiten, bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich, insbesondere beim Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. (9)
- Erhebung sensibler Daten: Standort-, Gesundheits- und Bewegungsdaten können ein detailliertes Nutzerprofil ermöglichen.
- Datenschutzverletzungen: Bei unbefugtem Zugriff lassen sich Rückschlüsse auf Gesundheitszustand oder Verhalten ziehen.
- Missbrauchspotenzial: Quantified-Self-Daten können zu Fehlinterpretationen oder zur Weitergabe an Dritte führen.
- Selbstoptimierungsdruck: Ständige Leistungsmessung kann Stress auslösen und das Wohlbefinden beeinträchtigen.
- Ethische Fragen im Arbeitskontext: Unklar ist, ob Arbeitgeber Wearables vorschreiben dürfen oder damit in die Privatsphäre eingreifen.
- Psychische Belastung: Permanente Überwachung kann zu Verunsicherung oder Kontrollverlust führen. (10) (11)
Chancen von Wearables
Gleichzeitig eröffnen Wearables im Gesundheitswesen neue Möglichkeiten für Versorgung, Prävention und Eigenverantwortung.
- Früherkennung: Vitaldaten ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen gesundheitlicher Veränderungen oder Risiken.
- Prävention: Wearables unterstützen Nutzer*innen dabei, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun.
- Fernüberwachung: In Ländern wie den USA werden Patient*innen schon heute außerhalb der Klinik kontinuierlich begleitet.
- Telemedizinische Versorgung: Daten können direkt an Ärzt*innen übermittelt und in digitale Behandlungen eingebunden werden.
- Individuelle Therapieansätze: Apps und KI-gestützte Analysen ermöglichen personalisierte Empfehlungen.
- Patient Empowerment: Nutzer*innen erhalten mehr Einblick in ihre eigenen Gesundheitsdaten.
- Niedrigschwellige Versorgung: Mobile Geräte und Apps erleichtern den Zugang zu medizinischen Leistungen. (12) (13)
Welche Firmen sind in Deutschland Vorreiter?
Die eHealth-Branche in Deutschland entwickelt sich zunehmend in Richtung „Patient Empowerment“. Nutzer*innen sollen Zugang zu ihren eigenen Gesundheitsdaten bekommen und diese auch aktiv einsetzen können. Auf diese Weise fördern die Daten ein besseres Verständnis des eigenen Körpers und sorgen für mehr Eigenverantwortung. (14)
Ein Beispiel ist das Jenaer Start-up Preventicus. Das Unternehmen hat eine App entwickelt, mit der Smartphone-Nutzer*innen mithilfe von Kamera und Blitz ihre Herzfrequenz messen und Unregelmäßigkeiten frühzeitig erkennen können. Dafür wird lediglich die Fingerkuppe auf die Kamera gelegt, die durch den Blitz den Puls am Finger erfasst.
Solche niedrigschwelligen Angebote können ein wichtiger Baustein in der Früherkennung sein und helfen, Risiken wie Schlaganfälle oder Blutgerinnsel rechtzeitig zu erkennen. (14) (15)
Wie sieht die Zukunft von Wearables aus?
Mobile Sensoren werden in der Medizin künftig eine zentrale Rolle spielen. Die steigenden Kosten im Gesundheitswesen und der demografische Wandel erhöhen den Bedarf an Lösungen, die langfristig entlasten und gleichzeitig eine hochwertige Versorgung ermöglichen.
Wearables können dazu beitragen, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden oder hinauszuzögern, indem sie eine kontinuierliche Überwachung und eine frühzeitige Reaktion auf Veränderungen ermöglichen. Für ältere Menschen oder chronisch Erkrankte kann dies die Lebensqualität deutlich verbessern.
Kostengünstige, zuverlässige Technologien schaffen außerdem neue Möglichkeiten für die Fernbehandlung: Ärzt*innen können Vitaldaten auswerten, ohne dass ein persönlicher Termin notwendig ist. Für viele Patient*innen bedeutet das mehr Flexibilität und für das Gesundheitssystem eine spürbare Entlastung. (16)
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Product Owner, IT-Experte, Digital-Health-Spezialist mit über 20 Jahren IT-Projekterfahrung in der Konzeption und Umsetzung digitaler Gesundheitsanwendungen.











