BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement)
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bezeichnet den systematischen und strategischen Ansatz eines Unternehmens, die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden langfristig zu fördern und zu erhalten. BGM geht dabei weit über einzelne Gesundheitsangebote hinaus: Es umfasst die strukturelle Verankerung von Gesundheitsförderung in Unternehmensprozessen, Führungskultur und Arbeitsorganisation.
Klassische BGM-Maßnahmen reichen von Angeboten zur Stressbewältigung, Ergonomie und Bewegungsförderung bis hin zu betrieblicher Suchtprävention, psychologischer Unterstützung und der Gestaltung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen. Rechtliche Grundlagen bilden unter anderem das Arbeitsschutzgesetz sowie § 20b SGB V, der gesetzliche Krankenkassen zur Unterstützung betrieblicher Gesundheitsförderung verpflichtet.
BGM und Digital Health: eine wachsende Verbindung
Die Digitalisierung verändert das Betriebliche Gesundheitsmanagement grundlegend. Digitale Gesundheitslösungen ermöglichen es Unternehmen heute, BGM-Maßnahmen skalierbarer, messbarer und individueller zu gestalten als je zuvor. Gesundheits-Apps, digitale Coaching-Programme, KI-gestützte Stressanalysen oder Wearables zur Erfassung von Aktivitäts- und Schlafdaten sind längst fester Bestandteil moderner BGM-Strategien.
Besonders relevant ist dabei die Verbindung zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA): Einige DiGA sind explizit für den Einsatz im betrieblichen Kontext geeignet und können – sofern ärztlich verordnet – über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden. Das eröffnet Arbeitgebern neue Möglichkeiten, evidenzbasierte digitale Therapie- und Präventionsangebote in ihr BGM zu integrieren, ohne diese vollständig selbst finanzieren zu müssen.
Darüber hinaus erlauben digitale BGM-Plattformen die anonymisierte Auswertung von Gesundheitsdaten auf Unternehmensebene, um Belastungsschwerpunkte frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen abzuleiten. Datenschutz und die Einhaltung der DSGVO spielen dabei eine zentrale Rolle – insbesondere, da Gesundheitsdaten zu den besonders schützenswerten Datenkategorien zählen.
Für Unternehmen, die BGM nicht als Pflichtprogramm, sondern als strategisches Instrument verstehen, bietet die Digitalisierung die Chance, Gesundheitsförderung näher an den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden zu bringen – ortsunabhängig, niedrigschwellig und nachweislich wirksam.
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